Notavista - Referenzprojekte
Notavista
- Referenzprojekte im PDF-Format
Schubert-Autographe
- www.schubert-online.at
"Die Möglichkeit der virtuellen Wiedervereinigung
auseinander gerissener und an verschiedenen Orten aufbewahrter
Manuskriptteile ist die großartigste Leistung von Notavista
- ein unverzichtbarer Studienbehelf für jeden Schubert-Freund
und Forscher!"
Frau Univ.-Doz. Dr. habil. Walburga Litschauer,
Neue Schubert-Ausgabe,
Kommission für Musikforschung, Österreichische Akademie
der Wissenschaften
Musikautographe sind empfindlich, wertvoll und schützenswert.
Der nur schwer aufzuhaltende Verfall der Originale wird bei jeder
Einsichtnahme zusätzlich gefördert. Wissenschaftlern
und Musikern, die die Handschriften als Quellen für ihre
Arbeit benutzen möchten, gelingt deswegen der Zugang zu ihnen
oft nur unter erschwerten und umständlichen Bedingungen innerhalb
der Archivräume. Auf Schwarz-Weiss-Kopien, Mikrofilme oder
Mikrofiches sind gerade die wesentlichen Details meist so gut
wie nicht erkennbar (z.B. Wasserzeichen, Bleistiftskizzen).
Moderne Scansysteme helfen aus diesem Dilemma zwischen Forschung
und Bewahrung: Während bei einem einmaligen Scan das Original
geschützt und unangetastet bleibt, erhält der Musikforscher
mit der digitalen Reproduktion eine äußerst genaue
und robuste Kopie des Schriftstücks.
Die Digitalisierung von Manuskripten Franz Schuberts aus dem Bestand
der Wienbibliothek
hat im Rahmen eines vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und
Technologiefonds (WWTF)
geförderten Projekts und in Zusammenarbeit mit dem Institut
für angewandte Musikwissenschaft und Psychologie in Köln
(IAMP) sowie
mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität
Wien stattgefunden. Um die Handschriften einer möglichst
großen Anzahl von Wissenschaftlern, Musikern und Kulturinteressierten
weltweit zur Verfügung zu stellen, haben die Projektteilnehmer
entschieden, dass ihre digitalen Reproduktionen im Internet veröffentlicht
werden sollen. Die konzeptuelle und technische Entwicklung des
Archivierungs- und Publikationssystem für die Digitalisate
der Manuskripte wurde vom IAMP übernommen.
Ein Grundgedanke bei dieser Aufgabe war, dass die Software nicht
nur die Dateien verwalten und darstellen, sondern die wissenschaftliche
Arbeit mit den Handschriften unterstützen soll, indem sie
die Bedingungen und Voraussetzungen dieser Arbeit so gut wie möglich
am Computer simuliert. Darüber hinaus bietet das System dem
Forscher bzw. dem Musiker neue Möglichkeiten mit dem Material
zu arbeiten, über die er in einem Archiv bzw. bei der Verwendung
von Kopien oder Mikrofiches nicht verfügen kann, wie z. B.
in einer sehr kurzen Zeit eine große Menge an Material durchsehen
zu können, es nach bestimmten Gesichtspunkten zu ordnen (z.
B. nach der Instrumentierung, nach Gattungsbegriffen o.ä.)
und zu durchsuchen.
Kooperation zwischen verschiedenen Sammlungen
In den seltensten Fällen befinden sich alle Autographe eines
Komponisten in einem einzigen Archiv. Meist sind sie über
eine Reihe von Sammlungen verteilt; häufig befinden sich
sogar einzelne Werkteile oder Blätter in unterschiedlichen
Bibliotheken, wie es auch bei den Autographen Franz Schuberts
der Fall ist.
Das Archivierungs- und Publikationssystem unter www.schubert-online.at
wurde deswegen auch besonders auf diesen Umstand hin optimiert:
Dank einer durchdachten Benutzerverwaltung ist es möglich,
dass beliebig viele Bibliotheken innerhalb des gleichen Systems
ihre Bestände ablegen, verschlagworten und verwalten können.
Die Manuskripte bzw. Manuskriptteile, die sich in verschiedenen
Sammlungen befinden, werden vom System automatisch zu einem Gesamtmanuskript
des jeweiligen Werkes zusammengefügt. Gleichzeitig bleibt
es für den Besucher der Seite stets erkennbar, aus welcher
Sammlung der betreffende Werkteil stammt. So kann auch die digitale
Reproduktion eines Werkes nun problemlos als Ganzes bestellt werden,
wenn sich Teile des Originals in verschiedenen Bibliotheken befinden:
Bei einer Bestellung werden die betroffenen Bibliotheken automatisch
vom System benachrichtigt.
Technische Umsetzung
Die Digitalisierung in der Wienbibliothek im Rathaus erfolgte
entsprechend den internationalen Richtlinien mit einer Auflösung
von 300 dpi und einer Farbtiefe von 48 bit. Dazu wurden die Autographe
mit einem Synchronlicht-Buchscanner der Firma Cruse gescannt und
im unkomprimierten TIF-Format auf externen Festplatten und DVDs
gespeichert, die zusätzliche Langzeitarchivierung auf den
Servern des Magistrats der Stadt Wien ist geplant.
Das von IAMP entwickelte Archivierungs- und Publikationssystem
ist ein auf PHP/MySQL basierendes Content Management System. Es
verfügt über eine umfangreiche Benutzerverwaltung und
einen Redaktionsbereich, in dem die Digitalisate über http-Upload
auf den Webserver geladen, verschlagwortet und zu Werken und Werkteilen
zugeordnet werden können. Die digitalen Reproduktionen der
Handschriften werden als für die Bildschirmdarstellung optimierte
Jpeg-Dateien veröffentlicht. Die Werkzeuge für die Grafikbearbeitung
wurden als ImageMagick-Anwendungen realisiert. Die verwendeten
Programmstandards sind sowohl lizenzfrei als auch weit verbreitet,
so dass die Software ohne großen Aufwand nachträglich
erweitert bzw. den sich weiter entwickelnden technischen Bedingungen
angepasst werden kann. Sie kann ebenfalls problemlos in andere
PHP/MySQL Systeme integriert oder mit Schnittstellen zu anderen
Systemen versehen werden.
Die Oper in Italien und Deutschland zwischen
1770 und 1830 - www.opernprojekt.uni-koeln.de
Mit mehr als 350.000 Seiten gehört die Sammlung der digitalisierten
Opernhandschriften unter www.opernprojekt.uni-koeln.de
zu den größten bisher im Internet publizierten digitalen
Handschriften-Sammlungen. Wissenschaftler und Opernliebhaber kommen
hier garantiert auf ihre Kosten: Die Manuskripte können nach
verschiedenen Kriterien durchsucht, vollständig durchgesehen
und sogar seitenweise ausgedruckt werden.
Die Online-Datenbank beinhaltet darüber hinaus Informationen
ca. 2900 Opern, welche im Zeitraum von 1770 bis 1830 in Wien,
Dresden, Berlin, München und Weimar aufgeführt wurden.
Das damalige Repertoire wird in Form von 483 Manuskripten erschlossen,
die einen repräsentativen Querschnitt der Opernproduktion
der Zeit darstellen. Recherchemöglichkeiten bieten sich nicht
nur für die einzelnen Libretti und Opern, sondern auch für
die spezifischen Fassungen, die jeweiligen Aufführungsserien
und konkreten Aufführungsdaten. Ferner besteht die Möglichkeit,
nach Komponisten, Librettisten und Spielstätten zu suchen.
Die Onlinepublikation ist im Rahmen des von der DFG geförderten
Projektes "Die Opern in Italien und Deutschland zwischen
1770 und 1830" und in Kooperation mit der Österreichischen
Nationalbibliothek, der Staats- und Landesbibliothek Dresden,
der Staatsbibliothek zu Berlin, der Bayerischen Staatsbibliothek,
dem Thüringischen Landesmusikarchiv sowie dem Musikwissenschaftlichen
Institut der Universität zu Köln und dem Romanistischen
Institut der Universität Bonn entstanden.
Die technische Realisation wurde vom IAMP bzw. der angegliederten
Produktionsfirma IAMP solutions übernommen. Hier wurde das
im Rahmen des Projekts "Online Content Management System
for Vienna Music Institutions" entwickelte Archivierungs-
und Publikationssystem für digitalisierte Notenmanuskripte
unter www.schubert-online.at
an die vorhandene Datenstruktur angepasst und implementiert.
Publikation der Musikautographe des Arnold
Schönberg Centers - www.schoenberg.at/werkdatenbank/
Von Eike Fess, Arnold Schönberg Center Wien
"Seit der Eröffnung im März 1998
ist es dem Archiv des Arnold Schönberg Center ein besonderes
Anliegen, seine Bestände einer breiteren Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Rund 10.000 Seiten Musikmanuskripte
und etwa die gleiche Anzahl Textmanuskripte bilden den Kern der
Sammlung, die durch zahlreiche Sondersammlungsbereiche ergänzt
wird. Das Internet hat sich als ideale Möglichkeit zur quellenorientierten
Arbeit "aus der Ferne" erwiesen. Das Arnold Schönberg
Center stellt dazu umfassende Datenbanken zur Verfügung,
welche die Schriften wie auch große Teile des Briefwechsels
Schönbergs in Wort und Bild erfassen: nach umfangreichen
Digitalisierungsprojekten stehen bereits wesentliche Teile des
Archivs, sowie Schönbergs in der Library of Congress, Washington
D.C., aufbewahrter Briefnachlass online zur Verfügung. Die
erst kürzlich hinzugekommene Datenbank musikalischer Werke,
welche durch IAMP solutions aus Köln technisch realisiert
wurde, gibt dem Benutzer die Möglichkeit, neben der Suche
nach Daten und Werktiteln auch Besetzungen oder Papiersorten zu
recherchieren. Insbesondere sollen die komplexen Zusammenhänge
unterschiedlicher Quellensorten wie Skizzen, Niederschriften,
Reinschriften und Korrekturfassungen durch übersichtliche
Darstellung wie erläuternde Texte transparent gemacht werden.
Neben einer Übersicht der Archivbestände werden in einem
Referat bei der GFM-Tagung 2007
vor allem neue Möglichkeiten der datenbankbasierten Online-Präsentation
von Manuskripten vorgestellt, die sich neben dem Arnold Schönberg
Center in modifizierter Weise bereits für die Schubert-Sammlung
der Wienbibliothek und das Kölner
DFG-Opernprojekt bewährt haben."
Hier erfahren Sie mehr über den neuen Online-Katalog
der Werke Arnold Schönbergs:
Der Online-Katalog
wurde im Oktober 2007 bei der Tagung der Gesellschaft für
Musikforschung in Köln vorgestellt.
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